Gin Fizz – Cocktail

Jerry Thomas gehört zu den “Gründervätern” des Bartendertums. Er lebte von 1830 bis 1885, führte zeit seines Lebens vier Bars in unterschiedlichen amerikanischen Bundesstaaten, erreichte Popularität und machte den Beruf des Barmixers zu dem, was ihn heute noch in eine Sphäre der Faszination hüllt: Geschicklichkeit und die Fähigkeit zur Selbstinszenierung, Kombinationsgabe, Faktenwissen, ein ausgeprägter Sinn für Geschmack und für die Wünsche des Kunden, noch bevor dieser sie äußert. Dies schlägt sich auch in Thomas’ Buch nieder, das erstmalig in der Geschichte der USA Drinks und deren Zubereitung zum Gegenstand hatte: The Bar-Tender’s Guide, erstveröffentlicht 1862. In der Ausgabe von 1887 nun heißt es (hier in übersetzter und in einer den Mengeneinheiten angepassten Version), unter der Überschrift “Gin Fizz“: Man nehme ein mittleres Barglass, einen gehäuften Teelöffel weißen Puderzucker, 2 cl Zitronensaft, ein Weinglas holländischer Gin, ein kleines Stück Eis. Man fülle auf mit Appolinaris oder Seltzer, rühre gründlich und serviere.

Zutaten:

  • Gin
  • Zitronensaft
  • Zucker-Sirup
  • Soda
  • Zitronenscheibe
  • Eis

Heute heißt es (dem Standard der Internationalen Bartender-Vereinigung folgend:) 4 cl Gin, 2 cl Zitronensaft, 1 cl Zucker-Sirup, Soda und als Garnitur eine Zitronenscheibe. Oder anders, unter Berücksichtigung der Anteile proportional zum Gesamtinhalt ausgedrückt: 3 Anteile Gin (4,5 cl), 2 Anteile frisch gepresster Zitronensaft (3 cl), 1 Anteil Sirup (1,5 cl), 5 Anteile Sodawasser (7,5 cl). Zubereitet wird im Shaker auf Eis und dann in einem zu drei Vierteln mit Eis gefüllten Highballglas serviert, mit Sodawasser aufgegossen und mit der Zitronenscheibe dekoriert. Das Highballglass deutet unweigerlich darauf hin, dass dieser Drink zu den Erfrischungsdrinks gehört (englisch “fizz” = deutsch “sprudeln”) – auch die Regel, dass er so kalt wie möglich serviert und getrunken werden sollte.

Zur Info: Der Lieblings-Cocktail unseres Barkeepers

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